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FAQ im Fitnessvertragsrecht

Fitnessvertragsrecht - Fristlose Kündigung wegen Krankheit möglich?

Sie sind auf einmal krank geworden oder müssen/wollen in eine andere Stadt umziehen und stellen sich nunmehr die Frage, ob Sie den Fitnessvertrag aus diesem Grund fristlos kündigen können?

Diese Frage kann nicht allgemein beantwortet werden, sondern hängt von Ihrem Fitnessvertrag, den meistens umseitig abgedruckten AGBs sowie von den jeweiligen Einzelumständen ab.

Bei einer Krankheit kommt es zum Beispiel darauf an, wie erheblich die Krankheit ist. Darüber hinaus ist auch entscheidend, wie lange die Restvertragslaufzeit noch ist. Zudem muss im Falle von gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Fitnessstudio der Nachweis einer solchen erheblichen Erkrankung, welche die Inanspruchnahme der Fitnessstudioleistungen unmöglich macht erbracht werden.

Vorzugswürdiger als die Vorlage eines ärztlichen Attestes ist, ein solches eines Facharztes, beispielhaft eines Orthopäden, welcher ggfs. attestiert, dass aus gesundheitlichen Gründen die Fitnessleistungen ohne das Risiko schwerwiegender Gesundheitsschäden vom Mitglied nicht mehr wahrgenommen werden können bzw. dürfen.

Dies deshalb, da ein ärztliches Attest eines Hausarztes in der Praxis in einem Gerichtsverfahren einen geringeren Beweiswert haben, als ein solches eines Facharztes.

Auch im Falle eines Umzuges kann man nicht verallgmeinernd von einem zur vorzeitigen Beendigung des Fitnessvertrages durch eine fristlose Kündigung rechtfertigenden Grund ausgehen.

Auch hier sind die Einzelumstände, insbesondere der Grund des Umzuges, die noch bestehende Restlaufzeit des Vertrages sowie weitere Umstände zu berücksichtigen.

Nicht allzu selten, finden sich in AGB von Fitnessstudios Bestimmungen, welche zum einen mit der Vertragslaufzeit in einem engen Zusammenhang stehen, zum anderen unwirksam sind, so dass sich damit die Folge eines unbefristeten Fitnessvertrages ergibt.

In diesem Falle stellt sich dann die Frage, wann dem Fitnessstudio die Kündigung zugegangen ist, ob der Zugang zu einem gewissen Zeitpunkt vom Fitnessstudio bestritten oder ein solcher Nachweis ohne Weiteres geführt werden kann, so dass sich hiernach dann die tatsächliche Beendigung errechnen lässt.

In Letzterem Falle wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass bereits mit Zugang der Kündigung mit sofortiger Wirkung, das Vertragsverhältnis beendet ist.

Die Rechtsprechung hierzu, d.h. wann in einem solchen Fall eine Beendigung durch eine Kündigung eingetreten ist, ist uneinheitlich. Jedoch hat wird überwiegend davon ausgegangen, dass in einem solchen Fall -sollte die Kündigung bis zum 3. Werktag eines Kalendermonats dem Fitnessstudio zugegangen sein- das Vertragsverhältnis mit Ablauf des betreffenden Kalendermonats wirksam beendet wurde.

Sollten Sie eine Beratung in solchen oder ähnlichen Fragestellungen in Bezug auf eine vorzeitige Beendigung Ihres Fitnessvertrages haben, ist eine anwaltliche Beratung stets empfehlenswert.

Fitnessvertragsrecht - Fristlose Kündigung wegen Umzug möglich?

Oft hört man von anderen Fitnessmitgliedern/Dritten oder liest manchmal im Internet, dass man sich jederzeit von einem Fitnessvertrag mit einer fristlosen Kündigung lösen könne, wenn man in eine andere Stadt umzieht.

Dies kann man jedoch nicht verallgemeinern.

Vielmehr sind die Gesamtumstände zu beachten, d.h.:

- aus welchem Grund der Umzug des Fitnessmitglieds in eine andere Stadt erfolgt,
- wie groß die Entfernung zum Fitnessstudio ist, welche man nach dem Umzug zurücklegen müsste sowie
- wie lange noch die Vertragslaufzeit ist bzw. die zu Anfang vereinbarte Vertragslaufzeit war.

In mehrfachen Fällen, kann nach einer Überprüfung des Fitnessvertrages, der AGBs des Fitnessvertragsstudios sowie unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles mittels einer anwaltlichen Beratung festgestellt werden, ob nötigenfalls eine gerichtliche Auseinandersetzung sich lohnt, oder eher hiervon abzuraten ist.

Des Öfteren hat es sich gezeigt, dass die AGBs eines Fitnessstudios teilweise erhebliche Fehler aufweisen bzw. juristisch ausgedrückt einer sog. Inhaltskontrolle nicht standhalten, diese einschlägigen Bestimmungen gerade mit der Laufzeit in Verbindung stehen und damit aus einem solchen Grund eine vorzeitige Beendigung des Vertrages möglich ist.

Wie bereits oben ausgeführt, ist jedoch eine genaue Überprüfung des Fitnessvertrages, nebst der meist umseitig abgedruckten AGBs des Fitnessstudios sowie der einzelnen Umstände erforderlich, um klären zu können, ob eine fristlose Kündigung bzw. vorzeitige Beendigung des Fitnessvertrages möglich ist.

Rechtsanwalt Philipp Godzik

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Anwaltskanzlei Godzik
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